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Den Wandel in der Finanzwirtschaft aktiv gestalten

"Das gute alte Filialgeschäft wird es schon richten – diese Strategie, die manche Geldhäuser sicherlich in der Vergangenheit verfolgten, scheint heute mehr als zweifelhaft. Denn die Bankenbranche steckt mitten in einer Phase des großen Wandels, viele sprechen sogar von Disruption", so Jochen Werne, Direktor Marketing & Business Development der Bankhaus August Lenz.

Ein Gastbeitrag von  Jochen Werne, Direktor Marketing & Business Development der Bankhaus August Lenz:

 

Im Englischen bedeutet „to disrupt“ zerbrechen oder zerreißen. Der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Clayton M. Christensen hat den Begriff der disruptiven Technologie etabliert: Für Innovationen, die eine bestehende Technologie, ein Produkt oder eine Dienstleistung möglicherweise vollständig verdrängen können. Übertragen auf das Bankgewerbe steht somit schlichtweg das bestehende Geschäftsmodell zur Disposition, das sich seit gut einem halben Jahrtausend, seit Gründung der ersten Bank, der Monte dei Paschi in Siena 1472, letztlich nicht geändert hat.

 

Auch etablierte Konzerne sind vor Disruption nicht gefeit

Ein gutes Beispiel für ein Unternehmen, das der Disruption zum Opfer fiel, ist Kodak, der traditionelle Hersteller von Fotokameras und Analogfilmen. Dies passierte, obwohl das Unternehmen frühzeitig erkannte, dass neue Technologien den Markt wandelten. Mit George M. C. Fisher holte sich Kodak in den 90er Jahren einen digitalen Visionär als CEO in das Unternehmen, der aber letzten Endes mit seinen Projekten und der digitalen Transformation scheiterte.

 

Ein Hauptgrund für sein Scheitern war, dass die Überzeugung von der Notwendigkeit zum digitalen Wandel im Unternehmen nicht etablierte werden konnte und von höheren Entscheidungsebenen nicht mitgetragen wurde. Diese waren davon überzeugt, dass der traditionell bestehende Markt nicht so schnell zerstört werden würde. Heute existiert Kodak zwar noch, allerdings nicht mehr als Kamera- und Filmhersteller – und mit deutlich weniger Mitarbeitern.

 

Das Beispiel zeigt, dass es nicht genügt, die Entwicklung eines Marktes vorherzusehen. Man muss die neuen Herausforderungen erkennen, sich von starren Denkmustern verabschieden und eine Atmosphäre des Wandels im Unternehmen schaffen.

 

Übertragen auf die Bankenbranche manifestiert sich eine neue Herausforderung in Form der aufstrebenden FinTechs und deren Anspruch, das Geschäft mit Finanzdienstleistungen durch eine höhere Kundenorientierung zu revolutionieren. Diese IT-Unternehmen setzen dort an, wo Banken beim Kunden bislang Pain Points, Schmerzpunkte, verursachen. Allerdings lindern die FinTechs diesen Schmerz oft nur partiell, indem sie sich auf einzelne Bedürfnisse des Kunden konzentrieren, zumBeispiel mit Mobile Payment oder Peer-to-Peer-Krediten. Banken hingegen müssen ein deutlich komplexeres Spektrum an Finanzdienstleistungen erfüllen.

 

Externes Know-how ins Haus holen

Fakt ist: Banken werden sich nicht als Fels in der digitalen Brandung behaupten können. Jedes Institut, das sich zukunftssicher aufstellen will, ist zu Veränderungen und gerade zur Anpassung an das neue Kundenverhalten gezwungen. Das bedingt intern Veränderungen, im Denken wie im Handeln. Mitunter helfen dabei Kooperationen mit FinTechs und anderen IT-Dienstleistern.

 

Das Bankhaus August Lenz beispielsweise führt gemeinsam mit dem Dienstleister FinReach einen automatisierten Kontoumzugsservice ein. Außerdem hat das Bankhaus mit seiner kürzlich gestarteten durchgängig digitalisierten, hybriden Beratungsplattform einen digitalen Meilenstein gesetzt. Die Plattform wurde zusammen mit dem Software-Unternehmen Elaxy entwickelt, um den wachsenden regulatorischen Anforderungen in der persönlichen Beratung perfekt zu entsprechen und komplexe Prozesse zu vereinfachen.

 

Der Bankberater nutzt dieses Tool, bei dem alle relevanten Kundendaten hinterlegt sind, um den Kunden einfach und anschaulich für bestimmte Finanzthemen zu sensibilisieren. Persönliche Finanzziele und Prioritäten werden festgelegt, passende Produkte verglichen und letztlich eine optimale Entscheidungsgrundlage geboten. Darüber hinaus können Kunde und Berater den mit mehreren Innovationspreisen ausgezeichneten Service €inBlick nutzen, der ihnen hilft, alle Bankverbindungen und Depots – auch bei Drittbanken – auf einen Blick zu managen und zu optimieren.

 

Weitere Statements zu den aktuellen Herausforderungen der Finanzbranche gibt es in Ausgabe 6/2015 von "Banken+Partner". Das kostenlose E-Paper zum Download finden Sie hier.

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