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PSD2: Die Karten werden neu gemischt

Ab Januar 2018 müssen Banken und Sparkassen Drittanbietern den Zugriff auf die Konten ihrer Kunden ermöglichen. Das schreibt die EU-Zahlungsdiensterichtlinie (Payment Service Directive) PSD2 vor. Für die Kreditinstitute besteht dadurch die Gefahr, den direkten Kontakt zu ihren Kunden zu verlieren.

Wie die Banken und Sparkassen darauf reagieren können und wie sie die sichere Authentifizierung sicherstellen, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von "Banken+Partner".
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Ein Kommentar zum Thema von Margaretha Hamm, Chefredakteurin "Banken+Partner":

Die Ansprüche steigen
Der Druck kommt von allen Seiten: Die Kunden erwarten, ihre einfachen Bankgeschäfte schnell, bequem und rund um die Uhr abwickeln zu können. Wird Beratung benötigt, soll diese neutral, fundiert und an den Kundenbedürfnissen orientiert sein. Stellt die eigene Bank oder Sparkasse den Kunden einzelne Services nicht zur Verfügung, weichen die Kunden auf die neuen Wettbewerber aus, die zudem künftig den Zugriff auf die Kundenkonten erhalten können – und zwar über die sicheren Schnittstellen der Banken.

Gleichzeitig fordern Verbraucherschützer immer mehr Transparenz gegenüber den Kunden, was mit zusätzlichem Verwaltungsaufwand verbunden ist. Die Regulatorik tut ein Übriges, indem sie von den Instituten zusätzliche Daten einfordert und sie zwingt, ihre internen Prozesse zu verändern. Das wiederum bindet einen großen Teil der Ressourcen in den IT-Abteilungen und verhindert so die Entwicklung innovativer Angebote und Services, mit denen die Banken und Sparkassen den neuen Wettbewerbern begegnen können.

Diese Situation kann frustrierend sein und dazu führen, dass die Institute sich nur noch damit beschäftigen die notwendigen Dinge zu tun – weil sie keine Zeit mehr haben, sich um Zukunftsprojekte zu kümmern. Dass das genau der falsche Weg ist, müsste jedem klar sein. Doch manchmal fehlt einfach die Kraft, allen Ansprüchen von Kunden, Wettbewerb, Verbraucherschutz und Regulatorik gleichzeitig gerecht zu werden.

In einer solchen Situation ist es notwendig, einen Schritt rückwärts zu machen und zu überlegen, wo das Ziel ist. Das kann für jedes Institut anders aussehen. Während ein Regionalinstitut verstärkt auf den persönlichen Kontakt mit dem Kunden setzt und daher auf das Thema Kundenbindung besonders Wert legt, versteht sich eine andere Bank als Katalysator zwischen traditionellem Geschäft und FinTechs, indem sie den jungen Mitbewerbern eine Plattform bietet. Und ein drittes Institut konzentriert sich auf eine spezielle Zielgruppe, der es Leistungen weit über das Bankgeschäft hinaus anbietet.

Welcher Weg der richtige ist, hängt ganz individuell von der Situation der einzelnen Bank oder Sparkasse ab. Doch zwei Optionen sind dabei ausgeschlossen: Zum einen der Versuch, es allen recht machen zu wollen, und zum anderen die Idee, einfach abzuwarten. Beides kann, angesichts der massiven Veränderungen in der Branche, auf keinen Fall funktionieren.

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