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Banken brauchen Zielgruppen Apps

Ein Kommentar von Oliver Putz, hybridbanker.de

Oliver Putz, hybridbanker.de

Die Nutzungsquote Online-Banking liegt in Deutschland bei rund 50 Prozent. Diese Nutzung durch Kunden findet allerdings primär auf stationären PCs statt. Die Bedeutung dieser Tatsache haben sicher alle Marketing- und „Omni-Channel“-Verantwortliche schon erkannt. Obwohl man in den Webseiten aktiv Werbung schaltet,ist die Nutzung dieser Werbemittel eher verhalten.

Zur Erklärung, weshalb dies so ist, habe ich eine praktische Hypothese die durch Zahlen untermauert wird: Bankservices sind auf Smartphones und Tablets noch nicht in der breiten Bevölkerung angekommen. Allerdings überwiegt die Nutzung von mobilen Endgeräten bei weitem die Nutzung von stationären PCs. Das bedeutet, dass alle Werbemittel-Investitionen in klassische Webseiten nicht mehr die Konversion liefern die sich die Marketingverantwortlichen wünschen würden.

Menschen wollen sich mobil aktiv und schnell informieren können, erledigen ihre Bankgeschäfte allerdings überwiegend stationär.

Was tun?
Banken und andere Finanzdienstleister haben die Möglichkeit siche zu überlegen, welche nutzenbringenden Funktionen ihren Kunden auf dem Smartphone helfen. Dazu ist ganz entscheidend die Nutzungssituation zu betrachten. Wann nehmen die Kunden  ihr Smartphone in die Hand, was interessiert sie in diesem Moment? Das es dabei unterschiedlichste Motive gibt, liegt auf der Hand – Banken müssen den Nutzen rum um digitale Geldtransaktionen Services und Informationen bieten.

Deshalb gilt es zu antizipieren welcher Nutzen sich ergeben könnten, wenn das Institut beispielsweise  verschiedene Zahlungen die der Kunde Online in verschiedenen Shops leistet, an einer Stelle zusammen führt. Der Kunde erhält dadurch eine höhere Transparenz über seine Ausgaben. Wie so etwas funktioneren kann zeigt schon die Outbank – dort können Kunden heute schon eBay, Amazon, und paypal in einer App integrieren.

Ein anderer Service besteht darin, dem Nutzer die Möglichkeit zu geben, sich für unterschiedliche Situationen Push-Notifikationen zusenden zu lassen. Wenn er zum Beispiel wissen möchte ob seine Miete bezahlt wurde und er die Information dazu automatisch auf sein Smartphone bekommt, dann muss er nicht selbst aktiv werden. Es mag banal klingen aber viele Nutzer wünschen sich einfache Informationen um das gute Gefühl zu bekommen, etwas „erfolgreich erledigt“ zu haben.

Dabei ist es wichtig – nicht alle Services in eine Banking-App zu packen. Denn dann ist es schlicht nicht mehr möglich, einem Nutzer die Funktionen in drei Menüstufen näher zu bringen. Viel sinnvoller ist es, klare Benutzergruppen zu identifizieren und diese gezielt anzusprechen.Die Institute benötigen daher Apps die bestimme Zielgruppen bedienen und bewusst auf andere Funktionen verzichten. Bekannt sind hier die Kontostand- oder Service-Apps der ING Diba oder der Sparda-Banken Baden-Württemberg, Hannover und München. Sie haben sich genauso einen Funktionsquerschnitt herausgenommen - und bedienen damit gezielt die Bedürfnisse Ihrer Kunden.

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