
Höhere Bonuszahlungen in Deutschland spiegeln amerikanische und britische Trends wider
Gemäß der neuesten eFinancialCareers-Umfrage unter 190 deutschen Finanzfachleuten fallen auch in Deutschland die Boni höher aus als im vergangenen Jahr: über die Hälfte der Befragten (54 Prozent), die die Höhe ihres Bonus für dieses Jahr bereits erfahren haben, bestätigten eine Steigerung. Und für viele war die prozentuale Erhöhung sogar beträchtlich: Im Schnitt sind die Boni bei Deutschlands Finanzfachleuten um fast 75 Prozent angestiegen.
Diese prozentuale Steigerung liegt jedoch noch weit hinter den Entwicklungen in Großbritannien und den Vereinigten Staaten, wie Umfragen von eFinancialCareers unter 694 und 850 Finanzfachleuten in den jeweiligen Ländern zeigen. Denn dort haben sich die variablen Vergütungen für diejenigen, die Bonussteigerungen erhalten, sogar mehr als verdoppelt.Manch anderer Banker ist in diesem Jahr jedoch leer ausgegangen: So gaben 15 Prozent der deutschen Finanzfachleute an, dass sie dieses Jahr keinen Bonus erhalten haben. Zum Vergleich: In Großbritannien waren es zwölf Prozent, die für das Jahr 2009 keine Boni erhalten haben.
Im Hinblick auf die Zusammensetzung der Boni scheint Deutschland die Reformierung der Vergütungsstrukturen im Finanzwesen maßgeblich vorangetrieben zu haben: So wurde bei den Ergebnissen der britischen Umfrage beispielsweise nur eine marginale Verminderung des Boni-Cash-Anteils (von 69 Prozent auf 68 Prozent festgestellt. Auch gab es dort keine prozentualen Änderungen in den Bonuselementen, die entweder aufgeschoben oder rückforderbar sind. Laut den Umfrageergebnissen in Deutschland fällt der Bonus-Cash-Anteil hingegen um sechs Prozent geringer aus als im Vorjahr. Der Anteil für aufgeschobene Bonusauszahlungen erhöhte sich auf drei Prozent. Anteile für rückforderbare Boni um vier Prozent.
Darüber hinaus sagten über die Hälfte (51 Prozent) von den deutschen Bankern, die ihren Bonus bestätigt erhalten haben, aus, sie hätten in den vergangenen zwölf Monaten eine allgemeine Gehaltserhöhung bekommen – diese betrug im Schnitt 32 Prozent und fiel damit höher aus als die vergleichbaren Erhöhungen in Großbritannien mit 26 Prozent.
Entsprechend ist die Zahl der mit ihrem Bonus zufriedenen Banker unter allen befragten Finanzfachleuten mit 35 Prozent vergleichsweise hoch. Im Hinblick auf ihre Bonuszahlungen gaben jedoch 39 Prozent der Banker an, sie seien „etwas unzufrieden“ oder „sehr unzufrieden“. In Großbritannien war die Unzufriedenheit mit 45 Prozent etwas höher.
John Benson, Gründer und CEO von eFinancialCareers.de, fügt hinzu: „Basierend auf den Ergebnissen unserer neuesten Umfrage scheint der deutsche Bankensektor in den vergangenen zwölf Monaten bereits bedeutende Reformschritte bei den Vergütungspaketen für Finanzfachleute eingeleitet zu haben. Sollte irgendein Land jedoch zukünftig im Ruf stehen, geringere Boni an seine besten Talente auszuzahlen, als andere Regionen, so wird es auch vor dem Hintergrund der allgemeinen örtlichen Flexibilität von Finanzfachleuten immer schwieriger werden, Toptalente im eigenen Land zu halten.“
Allgemein betrachtet zeigt die eFinancialCareers-Umfrage unter allen befragten Bankern, die 2009 einen Bonus erhalten haben – egal ob höher, niedriger oder gleichgeblieben – eine Zunahme der Boni von durchschnittlich 40 Prozent im Vergleich zu 2008. Dieses Ergebnis gleicht den Resultaten der britischen Umfrage, wo die durchschnittliche Bonussteigerung für Banker, die einen Bonus in diesem Jahr erhalten haben, ebenfalls bei 40 Prozent liegt.
Meldung vom 10.03. 2010
Quelle: eFinancialCareers
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