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Geschlossene Fonds platzieren 2009 runf 5,23 Milliarden Euro Eigenkapital bei Anlegern

Der VGF Verband Geschlossene Fonds e.V. hat die Branchenzahlen für das Jahr 2009 vorgestellt. Danach haben geschlossene Fonds 5,23 Milliarden Euro Eigenkapital im Jahr 2009 bei privaten Anlegern eingesammelt. Davon entfielen 3,55 Milliarden Euro auf die Verbandsmitglieder des VGF. Das Gesamtinvestitionsvolumen (Eigenkapital plus Fremdkapital) in 2009 lag bei 9,46 Milliarden Euro. Davon entfielen 6,38 Milliarden Euro auf VGF-Mitglieder.

Im Ergebnis hat sich das Platzierungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 3,09 Milliarden Euro verringert, das entspricht einem Rückgang von 37,09 Prozent im relevanten Markt (platziertes Eigenkapital des relevanten Marktes 2008: 8,32 Milliarden Euro). Diese Entwicklung liegt im Rahmen der Erwartungen der Branche.

Unter den einzelnen Anlageklassen des Marktes konnten geschlossene Immobilienfonds mit Investitionsobjekten in Deutschland sowie Portfolio-, Infrastruktur- und Energiefonds in 2009 Zuwächse verzeichnen. Deutschland-Immobilienfonds platzierten 2009 insgesamt 1,12 Milliarden Euro Eigenkapital (2008: 993 Millionen Euro / +12,49 %).

Am größten fiel der Zuwachs bei Energiefonds aus. Hier wurden 556,49 Millionen Euro Eigenkapital platziert (2008: 220,94 Millionen Euro). Das entspricht einem Zuwachs von 151,87 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahlen bestätigen den Anfang 2009 erwarteten Trend hin zu Investitionen im Energiebereich.

Portfoliofonds legten auf 87,71 Millionen Euro zu. Gegenüber 2008 (54,89 Millionen Euro) ist dies ein Zuwachs um 59,79 Prozent. In Infrastrukturfonds flossen mit 70,18 Millionen Euro 66,7 Prozent mehr als im Vorjahr (2008: 42,1 Millionen Euro)

Den höchsten Verlust gegenüber dem Vorjahr verzeichnete 2009 das Segment Lebensversicherungszweitmarktfonds (2009: 103 Millionen Euro / 2008: 358,47 Millionen Euro / -71,29%). 

Ebenfalls stark zurückgegangen sind die Investitionen in Schiffsbeteiligungen. Zählte das Segment 2008 mit 2,52 Milliarden Euro noch zu den bedeutendsten Anlageklassen im Markt der geschlossenen Fonds, verringerte sich das platzierte Eigenkapital 2009 um 67,32 Prozent auf 824,11 Millionen Euro. Schiffsfonds gehören dennoch weiter unter die Top 3 der Produktklassen.

Private-Equity-Fonds verloren 2009 mit 239,32 Millionen Euro 66,35 Prozent (2008: 711,17 Millionen Euro). In Leasingfonds flossen 2009 41,85 Millionen Euro und damit 58,32 Prozent weniger als 2008 (100,41 Millionen Euro).

Flugzeugfonds, die 2008 ebenfalls unter den platzierungsstärksten Segmenten waren, verzeichneten 2009 mit einem Eigenkapitalvolumen von 428,41 Millionen Euro einen Rückgang von 39,06 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2008: 703.02 Millionen Euro).

Die Investitionen in Auslandsimmobilienfonds gingen 2009 mit 1,35 Milliarden Euro um 34,36 Prozent gegenüber 2008 (2,06 Milliarden Euro) zurück. Damit gehört das Segment jedoch insgesamt gesehen zusammen mit Deutschland-Immobilienfonds (1,12 Milliarden Euro) und Schiffsbeteiligungen (824,1 Millionen Euro) zu den drei platzierungsstärksten Assetklassen im Gesamtmarkt.

Spezialitätenfonds, zu denen unter anderem Wald- und Holzfonds sowie Gamefonds zählen, verloren 2009 mit 417,08 Millionen Euro 24,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2008: 555,45 Millionen Euro) und sind damit das Segment mit dem kleinsten Rückgang gegenüber dem Vorjahr.

Banken waren 2009 mit 52Prozent der stärkste Vertriebskanal für geschlossene Fonds (2008: 49 Prozent). Im freien Vertrieb wurden 29 Prozent aller Beteiligungen platziert (2008: 32 Prozent). Gestiegen ist die Bedeutung des Direktvertriebs durch die Anbieter geschlossener Fonds: 2009 realisierten sie zwölf Prozent aller platzierten Beteiligungen und damit 69,15 Prozent mehr als im Vorjahr (2008: sieben Prozent).

Für 2010 erwartet der Verband eine Konsolidierung des Marktes auf niedrigem Niveau: „Unsere vorsichtig optimistischen Erwartungen für 2009 haben sich leider nicht bestätigt. Die Auswirkungen der Finanzkrise haben die Branche erst in 2009 voll erwischt“, stellt VGF-Hauptgeschäftsführer Eric Romba fest. „Wir hoffen jedoch, dass sich der Aufwärtstrend vom Ende des Jahres in 2010 weiter stabilisiert. Die Stimmung im Markt hat sich bereits verbessert, wir haben den Boden hoffentlich erreicht.“

Befragt nach den Trends für 2010 sieht der Verband weiterhin Immobilieninvestitionen in Deutschland vorn. Aber auch bei Energie- und Flugzeugfonds wird eine stabile Entwicklung erwartet. Schiffsbeteiligungen bleiben dagegen auch 2010 in rauer See. Eric Romba: „Aber wenn die Weltwirtschaft wieder richtig Tritt fasst – und die aktuellen Prognosen des IWF lassen darauf hoffen – ziehen auch die Schifffahrtsmärkte schnell nach. Denn ohne Schiffe geht nichts auf den Transportadern der Weltwirtschaft.“

Der VGF-Geschäftsführer weist auf die Bedeutung von Schiffsbeteiligungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland hin. Sie finanzierten zwei der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland: Logistik und Schiffbau. Umso erstaunlicher sei, dass sie bisher in keinem Konjunkturprogramm berücksichtigt werden und keinerlei Staatshilfen erhalten.

Emissionshäuser und Anleger engagierten sich derzeit gemeinsam mit Reedern stark, um notleidende Schiffe durch die raue See zu steuern. Erforderlich sei aber auch endlich eine vernünftige Mitwirkung der Banken. Deren Beitrag müsse zur Not von staatlichen Programmen mit abgesichert werden. Dabei gehe es auch nicht um eventuelle verlorene Zuschüsse, sondern um zurückzuzahlende Überbrückungen. „Damit verdient der Staat sogar gutes Geld, das haben wir bei der Soffin bereits gesehen“, fügt Hauptgeschäftsführer Eric Romba hinzu.
Meldung vom 03.02. 2010
Quelle: VGF Verband Geschlossene Fonds e.V.
Weitere Informationen unter www.vgf-online.de