
Banken fürchten politische Einmischung
Gut ein Jahr nach dem Höhepunkt der Finanzmarktkrise hat sich die Stimmung in der Bankenwelt klar gegen eine weitere staatliche Einflussnahme gewendet. Wie aus einer gemeinsamen Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und des Centre for the Study of Financial Innovation (CSFI) hervor geht, gelten „Politische Interventionen“ derzeit als Risikofaktor Nummer Eins.
Auf dem zweiten Platz des "Banking-Banana-Skins-Index" folgen Kreditrisiken. Die Furcht vor Überregulierung steht auf Rang drei und damit noch vor der Sorge über die Entwicklung der Weltwirtschaft. Der Index listet regelmäßig die aus Sicht von Bankern, Aufsichtsbehörden und Branchenbeobachtern größten Gefahren für die Bankenbranche auf."Die Befragten lehnen staatliche Interventionen in der Bankenbranche nicht rundweg ab. Aus Sicht vieler Banker ist die Haltung der Politik gegenüber dem Finanzsektor jedoch zu intransparent und teils auch widersprüchlich“, kommentiert Markus Burghardt, Leiter des Bereichs Financial Services bei PwC, die Umfrageergebnisse. Konkret sehen viele Befragte einen Zielkonflikt zwischen der politischen Forderung nach einer Ausweitung der Kreditvergabe an Unternehmen und der angestrebten Stärkung des Eigenkapitals. Zudem kritisieren einige Banker, dass die unterschiedliche Haltung der Staaten zu Stützungskrediten und -bürgschaften den internationalen Wettbewerb in der Branche verzerrt.
>Eng verknüpft mit der Sorge vor den Konsequenzen staatlicher Eingriffe ist das von den Befragten wahrgenommene Risiko der Überregulierung. "Hier dürften die anstehenden Änderungen bei der Bilanzierung von Finanzinstrumenten nach IFRS und US-GAAP sowie die geplanten Regelungen rund um die Eigenkapitalausstattung eine wesentliche Rolle spielen. Es ist daher eine vorrangige Aufgabe für Regulierungsbehörden und -gremien, bestehende Unsicherheiten möglichst schnell auszuräumen", erläutert Burkhard Eckes, Leiter des Bereichs Banking and Capital Markets bei PwC.
Die Risiken im Bankgeschäft insgesamt sind nach Einschätzung der Befragten derzeit so hoch wie noch nie. Gleichzeitig sind nur neun Prozent der Ansicht, dass die Banken gut auf die Gefahren vorbereitet sind, während elf Prozent den Instituten eine schwache Verfassung attestieren. In der vorherigen Umfrage von 2008 sahen noch 24 Prozent die Banken gut aufgestellt, lediglich vier Prozent waren gegenteiliger Auffassung.
Meldung vom 01.02. 2010
Quelle: PricewaterhouseCoopers AG WPG
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